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Stille und Yoga

Marcel | 13. April 2018
 
 
Wenn wir einen Weg zu uns finden möchten, dann ist es sehr gut, mit Bewegung zu beginnen.
Durch Bewegung aktivieren wir uns, wir produzieren verschiedene Hormone, wir bringen Energie in unseren Körper und wir beginnen ein Gefühl für uns zu Entwickeln. Dieses “Sich Fühlen” ist ein Schlüssel in der Asana-Praxis und wir können unseren Weg beginnen.

Dieser Weg bringt uns aber auch an Grenzen und Grenzerfahrungen. Wenn wir uns Fühlen, dann müssen wir auch Vertrauen in uns entwickeln, Vertrauen, die richtigen Entscheidungen im Leben zu treffen und den Mut haben, hinter diesen Entscheidungen zu stehen. Wenn ich etwas Fühle und nicht zu mir stehe, dann wird es “Lärm” geben in meinem Geist. Gedanken werden kreisen und die Folge ist Unruhe. Meist haben die Menschen diese Gefühle nur unbewusst, sie wissen, dass etwas nicht läuft, sie wissen das etwas geändert werden muss, doch man verdrängt diese Dinge und endet in grosser Angst und Sorge. Diese Dinge geschehen oft sehr unkontrolliert. Ängste scheinen wie aus dem “Nichts” aufzutauchen, doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Die Ängste sind schon da und äussern sich durch Gefühle.
 
Gefühle bewusst wahrnehmen
Wenn wir also diese Gefühle ganz bewusst wahrnehmen können, dann sehen wir was hinter dem Schleier vor sich geht und können agieren anstelle von reagieren. Wir werden immer mehr zum Lenker unseres Daseins und müssen uns nicht länger vor Unbewusstem ängstigen. Die Asanas (funktionelle Bewegungen) bieten uns im Yoga ein gutes Werkzeug, uns zu fühlen und uns zu erleben. Der Sinn dabei ist nicht durch Leistung etwas erreichen zu wollen, ganz im Gegenteil. Es ist die Zeit, die wir für uns haben, eine Zeit in uns zu gehen und zu tun was uns auch Spass macht. Niemand sollte sich in die Asanas quälen. Vielmehr sollten wir auch dort zu uns stehen und schauen was wir tun möchten und was nicht. Es braucht keine komplizierte Asana-Praxis um dies zu tun. Doch leider haben immer noch viele Menschen Angst zu versagen oder etwas Falsches in einer Stunde zu tun oder ganz einfach die Asanas nicht zu können. Das ist sehr schade, denn das ist nicht das Ziel einer Asana-Stunde. Man sollte dort tun was geht und mehr nicht – alles ist ok!

Dieser Grundgedanke ist auch bei einer Yogalehrer – Ausbildung sehr wichtig.

Für mich als Ausbilder spielt es keine Rolle, ob jemand diese und jene Yoga-Asana kann oder nicht, es geht nicht um solche Dinge. Ich kann jedem zeigen wie die Stellungen gehen, aber der wichtigste Punkt ist das zur Ruhe kommen und das beginnt mit dem ersten Schritt – sich zu fühlen, an sich zu arbeiten, an sich zu glauben, sich zu vertrauen!
 
 
 

Was ist funktionelles Marcel Yoga

Marcel | 13. April 2018
 
 
Wir bauen bei der Yogalehrer Ausbildung die Asanas (Bewegungen) funktionell auf.

Das heisst wir erlernen erst einmal wie sich die Gelenke bewegen und wie sich das dazugehörende Segment stabilisieren lässt. In der Regel erklären sich dann viele Asanas fast von selber. Es geht uns darum sicher in die Übungen zu gehen und Verletzungen durch fehl Belastungen zu eliminieren. Funktionell heisst aber auch alltagstauglich. Wir arbeiten mit korrekten Bewegungsmustern und verbessern so auch die Körperhaltung.

Mit den Asanas wollen wir in erster Linie Aufmerksamkeit und Konzentration für uns aufbauen. Dazu nehmen wir Bewegung. Die Bewegung wird zum Medium zwischen Innen- und Aussen in unserem Leben. Je bewusster wir die Bewegung tun, desto mehr Konzentrationskraft bauen wir auf. Klarheit im Geist kommt mit der Übung und ist für alle ein lohnendes Ziel. Je klarer ich bin, desto mehr sehe ich – ein Ziel von Yoga.
 
 
 

Yoga ist für Alle, oder?

Marcel | 20. November 2017
 
Ich werde immer wieder gefragt, ob jemand, der nicht so beweglich ist, auch ins Yoga gehen kann.

Die meisten “Unbeweglichen” getrauen sich schon gar nicht in die Nähe eines Studios. Woher kommt das? Einerseits wird in der Werbung immer nur ein Klischee gezeigt von Superschlanken, die sich in komplizierten Asanas posieren (die meisten Asanas sind dann auch noch komplett falsch gestanden) und andererseits ist da der Mythos, Yoga sei nur was für Bewegliche.

SCHADE!!! Denn genau das ist nicht Yoga. Yoga ist zur Ruhe kommen! Die Frage sei gestattet, ob man nur duch möglichst komplizierte Asana Praxis in die Ruhe kommt? Meine Antwort ist klar – Nein. Es braucht weder kompliziert noch verdreht zu sei. Es soll den Menschen Ruhe und Freude geben – es darf anstrengend sein aber es soll kein Turnen werden, kein Wettkampf und es sollen funktionelle Bewegungen sein. Immer mehr Leute verletzen sich im Yoga und dieser Trend ist nicht das was ich mir wünsche. Man muss die Menschen dort abholen wo sie stehen, man soll sie fördern nicht verletzen. Weniger ist manchmal mehr.

“Jeder kann zur Ruhe kommen – Jeder kann somit ins Yoga kommen”.

Dies gilt auch für unsere Yoga Ausbildung, das Yoga Teacher Training. Niemand muss schon perfekt sein, wir bauen das Schritt für Schritt auf. Ein guter Yogalehrer ist kein Akrobat, sondern jemand der das Beste für seine Teilnehmer macht. Ein Yogalehrer ist gewissermassen ein Dienstleister – ein Dienst an seinem Kunden.